Hämorrhagischer Schock Teil 1

Der hämorrhagische Schock wirkt zunächst als Thema recht übersichtlich.
Irgendwo haben wir ein oder mehrere Löcher im Gefäßsystem. Die müssen wir nur verschließen oder schnell mit dem Patienten ins Krankenhaus fahren.

Die Wirklichkeit ist doch etwas komplexer und eventuell scheitern wir schon
daran, den beginnenden Schock als solchen zu erkennen.

Wenn es uns aber nicht gelingt, die Schockkaskade rechtzeitig zu
unterbrechen, dann muss der Organismus eine große Sauerstoffschuld auf sich
laden und es nicht klar ob sich diese Schuld später noch begleichen lässt.

Am Ende bekommen wir es wieder mit den freien Radikalen zu tun und
hypoxische Körperzellen treten den geordneten Suizid an.

Ein Blick in die Pathophysiologie ist spannend und lohnenswert. Wir
diskutieren die aktuellen Erkenntnisse zum Thema Schock am Beispiel der akuten
Hämorrhagie.

Quellen

Ein sehr informativer Artikel aus dem deutschen Ärzteblatt.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/202261/Nomenklatur-Definition-und-Differenzierung-der-Schockformen

Zum Thema Oberfläche der Blutgefäße.

https://www3.hhu.de/biodidaktik/Atmung/start/struktur/ov/bsp/tierrei/ebene2a/blut1.html

Creative Commons Lizenzvertrag
Hämorrhagischer Schock Teil 1 von Frank Weilbacher, Julius Hohmann ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Beruht auf dem Werk unter https://rettungsdienstfm.de/.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie unter https://rettungsdienstfm.de/ erhalten.

Therapeutic Communication – Patientenkommunikation Teil 2

In diesem 2. Teil geht es von der Theorie in die Praxis.

Welche Techniken kann man anwenden, um ein gutes Verhältnis zum Patienten herzustellen und gleichzeitig die für die weitere Therapie notwendigen Informationen aus dem Patienten heraus zu kitzeln?

Wie geht man mit Menschen um, die einem nichts erzählen wollen? Was sind die Fallstricke in der Patientenkommunikation? Mehr dazu erfahrt ihr in dieser Folge.

Quellen und Interessantes zum Thema

https://www.registerednursing.org/nclex/therapeutic-communication/

Ein sehr unterhaltsames Beispiel zu schlechter und guter Patientenkommunikation.

Medienempfehlung des Monats

‚The Resus Room‘ ein englisch sprachiger Podcast zu Notfallmedizin und Rettungsdienst.

"Therapeutic Communication" – Patientenkommunikation

Jeder kennt das: es gibt Menschen, die können es und andere, die können es nicht – kommunizieren.

Das Hauptgeschäft im Rettungsdienst ist Kommunikation.

Sei es mit dem Kollegen, mit dem Sani, mit dem Arzt, mit dem Klinikpersonal, mit der Leitstelle, mit Angehörigen oder gar mit Patienten. An allen Seiten prägt die Qualität der Kommunikation den weiteren Verlauf.

Und dann heißt es noch, man könne nich nicht kommunizieren.

Dass man Kommunikation lernen kann, das weiß man im angelsächsischen Sprachraum schon lange.

Im medizinischen Sektor wird dort „Therapeutic Communications“ gelehrt. Dies lässt sich nicht exakt mit „Therapeutischer Kommunikation“ übersetzen, da der Begriff im Deutschen bereits in der Psychologie im Kontext der Psychotherapie verwendet wird.

Gemeint ist vielmehr, das planvolle Patientengespräch auf einer professionellen Basis, mit der Zielsetzung:

  • eine positive Beziehung zum Patienten herzustellen um
  • ein konsensuales Verständis über vom Patienten bereitgestellte Informationen und Therapieziele zu erhalten

Gute Kommunikation ermöglicht eine gute Interaktion mit dem Patienten, kann die Versorgung verbessern und kann die Eskalation potenziell gefährlicher Situationen verhindern.

Ein super Tipp, den jeder sofort umsetzen kann: den Patienten einfach mal ausreden lassen – nach 60 bis 90 Sekunden hört der Patient auf zu reden, versprochen.

Midazolam

Keine Todesstrafe…auch nicht mit Midazolam.

Dieses Medikament hat viele Anwendungsgebiete, Anwendungsmöglichkeiten und vor allem viele Anwender. Sei es der Notarzt, der Notfallsanitäter oder Vollzugsbeamte der amerikanischen Exekutive.

Da Midazolam im Rettungsdienst zu den am häufigsten durch Notärzte und Notfallsanitäter angewandten Medikamente zählt, ist es wichtig, über Aspekte wie Wirkung, Nebenwirkung oder Kontraindikation Bescheid zu wissen.

Auch wenn sich Midazolam mit Bedacht sicher anwenden lässt, sollte man immer einen ‚Plan B‘ in der Tasche haben und vorbereitet sein. Hat man die Wirkweise von Midazolam erst einmal verstanden, so kann man die Eventualitäten durchaus kommen sehen.

Dies ist unsere letzte Folge für 2019.

Wir wünschen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wir bleiben dran, bleibt uns treu, empfehlt uns weiter.

Wir hören uns wieder am 01. Januar 2020!

Medienempfehlung

„Peak Performance Under Pressure“ – Stephen Hearns – ISBN-10: 1859598560

Quellen

„Pharmakologie für Notfallsanitäter“ – Prof. Dr. H. Hohage – 2. Auflage 2017, Luhri Verlagsgesellschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Imidazol
https://de.wikipedia.org/wiki/Midazolam
https://rettungsdienstfm.de/wp-content/uploads/2019/11/arzneimittel-inkompatibilitaeten.pdf

Broken bones Teil 2

Versorgung frakturierter und luxierter Extremitäten

– Interview mit Patrick Thomé –

Wegen technischer Probleme leider mit etwas Verspätung.

Es geht weiter mit der Frakturversorgung.

Die Grundlagen haben wir uns in Teil 1 erarbeitet, jetzt geht es ins Detail von Kopf bis Fuß.

Frank mit Patrick Thomé

shownotes

Leider sind nicht alle Empfehlungen „open access“…

The EMS Lighthouse Project – FlightBridgeED, LLC.

https://www.flightbridgeed.com/index.php/podcasts

Interessante Artikel zum Thema aus „Notfall- und Rettungsmedizin“:

https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-019-0596-y

https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-017-0348-9

https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-009-1245-7

Broken bones

Versorgung frakturierter Extremitäten

– Interview mit Patrick Thomé –

Was sind sichere und was sind unsichere Frakturzeichen?

Wann muss reponiert werden und wann darf darauf verzichtet werden? Welche Schiene eignet sich wofür und wie wird sie verwendet?

Was hat es mit der Weichteilsituation auf sich und welche Therapieform ist die richtige?

All diese und weitere Fragen klären wir im Gespräch mit Patrick Thomé.

Patrick war viele Jahre als Rettungssanitäter tätig, heute engagiert er sich als Notarzt und ist angehender Facharzt für Chirurgie.

Teil 2 folgt am 15. November

I am the Boss!

Weibliche Führungskräfte im Rettungsdienst

– Interview mit Luisa Kalnik –

Bis heute sind im Rettungsdienst vorwiegend Männer tätig.

Auch wenn sich die Zeiten langsam zu ändern scheinen, fällt es Frauen oft schwer, sich zu behaupten.

Gerade wenn es um die Frage geht, wer im Einsatz den Hut aufhat, wird es spannend! Denn Einsätze leiten ist gar nicht so einfach und Eigenschaften guter Führung sind von Natur aus männlich. So scheint es zumindest.

Luisa Kalnik arbeitet nicht nur im Rettungsdienst, sie hat auch Betriebswirtschaftslehre studiert.

Thema ihrer Bachelorarbeit waren weibliche Führungskräfte im Rettungsdienst.

Als gewöhnliche, eher einfach gestrickte, Jungs waren wir doch sehr überrascht, von dem, was Luisa uns berichtete.

Seid gespannt, wir reden über Bienen, Pferde und auch über Frauen im Rettungsdienst

Interessante Links

Die folgenden Clips haben zwar nichts mehr mit Rettungsdienst zu tun, sind aber eine gute Ergänzung zum Thema dieser Podcastfolge.

https://youtu.be/aM9TII5BIgc

Deutsches Reanimationsregister Teil 2

Über 62% aller Reanimationen finden zu Hause statt. Damit ist klar, was wir schon alle wussten.

Daheim sterben die Leit.

Wer also seine Chancen, Opfer einer Reanimation zu werden, minimieren möchte, sollte die gemütliche Couch daheim verlassen und vor die Türe gehen, denn nur etwa 20% der Reanimationen finden in der Öffentlichkeit statt. Noch besser ist es, wenn man sich zum Beispiel ein exotisches Hobby sucht, denn an anderen Orten, finden mit rund 17% nochmals weniger Reanimationen statt. Allerdings könnte es nun mit der Eintreffzeit des 1. Fahrzeugs in die Hose gehen.

Ein etwas ernsthafterer Blick auf den öffentlichen Jahresbericht 2018 folgt hier im zweiten Teil.

Deutsches Reanimationsregister

„Das Deutsche Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR) stellt die größte überregionale Datenbank für die Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationen in Rettungsdienst und Klinik, sowie von innerklinischen Notfallversorgungen im deutschsprachigen Raum dar.“(Quelle: www.reanimationsregister.de)

Dabei ist es erstaunlich, dass viele Mitarbeiter im Rettungsdienst von dieser wertvollen Ressource noch nie etwas gehört haben. Wie kann es sein, dass oft weder die Erkenntnisse aus dem öffentlichen Jahresbericht bekannt sind, noch wie diese Ergebnisse überhaupt eingesetzt werden, um die Qualität der Reanimation zu verbessern?

Mehr dazu hört ihr in unserer aktuellen Folge.

Quellen

https://www.reanimationsregister.de/
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Utstein_Style

Teil 2 folgt am 15. August