Medical Intervention Car – Zwischenfazit nach 2 Jahren

Interview mit Niko Schneider – Teil 2

Auch der zweite Teil bleibt spannend.

Niko berichtet von echten MIC-Einsätzen und malt uns Bilder einer perfekten Rettungsdienstwelt in der Zukunft.

Was die Zukunft bringen wird, ist zwar nicht klar, aber das MIC-Projekt wird weitergehen und sicherlich seinen Platz in der Rettungsdienstlandschaft etablieren.

Auf diesem Bild sieht man zwei im positiven Sinne Verrückte.

Hier gehts zu Teil 1

Wie alles begann, erfahrt ihr hier …

Medical Intervention Car – Zwischenfazit nach 2 Jahren

Unterschätzter Game Changer?!

Interview mit Niko Schneider – Teil 1

Eine junge Frau fällt an der Supermarktkasse um und ist sofort reanimationspflichtig. Augenzeugen beginnen umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Obwohl RTW und NEF nach 6 Minuten vor Ort sind, verläuft die Reanimation frustran.

Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Männern. Plötzlich zieht ein Beteiligter ein Messer und sticht es einem der Rädelsführer in die Brust. Dieser sinkt zu Boden und ist nach wenigen Augenblicken bewußtlos.

Ein Kleinkind zieht einen vollen Wasserkocher am Kabel herab und übergießt sich selbst Gesicht, Hals und Oberkörper mit kochendem Wasser. Bei Eintreffen von RTW und NEF schreit das Kind bereits nicht mehr und ringt pfeifend nach Luft. Die Mutter hält panisch kreischend ihr Kind umklammert und lässt keine Untersuchung zu.

Ein junger Mann kommt bei schlechter Witterung mit seinem PKW von der Straße ab und prallt mit der Fahrertür gegen einen Baum. Bei Eintreffen des NEF ist der eingeklemmte Patient kaltschweißig und grau und reagiert nicht mehr auf Ansprache.

Eine Angestellte ist alleine im Büro und stolpert mit einer Schere in der Hand. Als die Kollegen aus der Mittagspause zurückkehren, liegt die Dame nach Luft schnappend in einem See aus Blut.

Die angedeuteten Einsatzszenarien lassen sich in ähnlicher Art in der Presse wiederfinden. Und jeder der eine gewisse Zeit im Rettungsdienst arbeitet, kann auf vergleichbare Einsätze zurückblicken. Einsätze hochdramatisch, deren fataler Ausgang sich meist fast nicht mehr abwenden lässt.

Genau für u.a. solche Szenarien wurde das MIC-Projekt (Medical Intervention Car) in Heidelberg 2019 ins Leben gerufen. Um Patienten mit infauster Prognose, vielleicht doch noch zu retten.

Auch wenn das MIC-Projekt inzwischen doch einige beeindruckende Erfolge vorzuweisen weiß, so wird das Projekt bis heute skeptisch beäugt, ähnlich wie das erste NEF oder die Anfänge der Frühdefibirillation.

Wenn sich die nichtärztliche Ausbildung auch, allmählich, vom San B, über den Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter weiterenwickelt hat, so hat sich doch die notärztliche Ausbildung wenig weiterentwickelt. Bis heute gibt es im Rettungsdienst keinen Facharztstandard.

So bleibt der Rettungsdienst bis heute noch ein wenig wilder Westen, wo Machbarkeitsstudien wie das MIC-Projekt, ähnlich wie der unbekannte Fremde in Daisy-Town, nicht mit offenen Armen empfangen werden.

Wie steht es nun um das MIC nach bald zwei Jahren?

Wir sprechen mit dem Projektinitiator Niko Schneider.

Freut euch auf ein launiges Gespräch, mit einem der wirklich nicht müde wird, die gleichen Fragen immer wieder zu beantworten.

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/klinik-fuer-anaesthesiologie/ueber-uns/notfallmedizin/notaerztliche-taetigkeit/medical-intervention-car-mic

Teil 2 erscheint am 15. März, hier und überall wo es Podcasts gibt.

Hypothermie – Teil 2

Anna on the Rocks

In der heutigen Folge und somit Teil 2 der Hypothermie-Reihe wird es wieder frostig!

Diesmal erfahrt ihr, warum der NEF-Fahrer mit der übergrossen Supraspritze, der die RTW-Seitentür aufreisst, die Körperkerntemperatur von Frank und Julius höher steigen lässt und warum manchmal der Kraftstoff im RTW-Tank nicht nur bei Load-and-Go-Einsätzen nützlich ist. 

Das alles und noch vieles mehr – auch was Sommerservietten im RTW zu suchen haben – erfahrt ihr in dieser Folge! 

Wenn ihr lesen möchtet, wie man einen Rettungswagen vernünftig heizen und den Patientenraum warm halten kann, dann findet ihr hier einen Artikel zu dem Thema.

GzFWR who?

– Interview mit Thomas Hofmann –

Sollte es in Zukunft lieber nur studierte NotSan in Deutschland geben? Welche Vorteile bietet die Akademisierung des Rettungsdienstes der deutschen Versorgungspraxis? Und Moment mal…ist beim Titel schreiben eine Katze über die Tastatur gelaufen?

In der heutigen Folge stellen wir euch die GzFWR vor; genauer gesagt: die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft im Rettungsdienst. 

Thomas Hofmann ist erster Vorstand und war 2019 einer der Gründer der GzFWR. Gemeinsam sprechen wir darüber, weshalb die Entwicklung und Etablierung der sogenannten Rettungswissenschaften als junger Wissenschaftszweig für den Rettungsdienst unabdingbar ist, wie die GzFWR diese vorantreibt und was wir, nicht nur für die Praxis, daraus schöpfen können.

Fahrzeugcheck und Bestandskontrolle

Wer im Rettungsdienst arbeitet kennt das Problem: man übernimmt ein Einsatzfahrzeug und immer wieder stimmt irgend etwas nicht. Nicht selten stellt man den Fehler erst im Notfalleinsatz fest und es kommt zu kritischen Situationen bei der Patientenversorgung.

Oft sind Unmut und Streit im Kollegium die Folge.

Auf einem Rettungswagen fahren zwischen 1000 und 2000 Einzelteile mit. Es stellt eine große Herausforderung dar zu Dienstbeginn zu entscheiden, ob denn alle wichtigen Teile dabei sind und ob das Fahrzeug einsatzklar ist.

Dennoch gilt der Fahrzeugcheck und das Auffüllen von Material als trivial und das Thema findet wenig Beachtung in der Ausbildung.

Aus der Not heraus werden undurchdachte Dienst- und Arbeitsanweisungen definiert, die zum Teil eine unerträgliche Gängelei für den Mitarbeiter darstellen oder zumindest deren Zeit verschwenden.

Fahrzeugcheck und Bestandskontrolle werden so zu Reizthemen, mit denen sich niemand länger als nötig beschäftigen möchte.

Dabei ist es eigentlich einfach: wer ein paar Grundregeln beachtet, hat mit wenigen Blicken und Handgriffen immer alles unter Kontrolle -versprochen!

Regel Nr. 1 „Der Teufel ist ein Eichhörnchen.“

eine nicht ganz ernst gemeinte Quelle

https://squirrelsnutbutter.com/

Corona und COVID-19 Teil 2

In Teil 2 geht es um Themen wie Meldepflicht und Therapie, aber auch Verschwörungstheorien wecken unser Interesse.

Stoßen wir nun endlich auf Wahrheiten?

Wohnte Frank während seines Medizinstudiums in einer WG mit dem Krümelmonster?

Hat Julius wirklich zwei linke Hände?

Ist die gemeinsame Oma von Frank und Julius Angela Merkel? All das werden wir in dieser Folge nicht herausfinden.

Wem das zu blöd ist, dem seien unsere Quellen ans Herz gelegt. Wem nicht, der kann sich schon mal die Alufolie zurechtlegen und uns neben dem Basteln zuhören.

Quellen

COVID-19 Dashboard

https://corona.rki.de/

Meldepflicht

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Empfehlung_Meldung.html

Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19

https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-020-00674-3

Positionspapier zur praktischen Umsetzung der
apparativen Differenzialtherapie der akuten
respiratorischen Insuffizienz bei COVID-19
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)

https://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/COVID-19/20200417_DGP__app._Differenzialtherapie_ARI_bei_COVID-19.pdf

Ein herausragender Podcast: „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten“ von NDR-Info

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Wer sich für Verschwörungstheorien interessiert: Richard David Precht im Gespräch mit Prof. Harald Lesch

https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-186.html

Corona und COVID-19 Teil 1

Der Coronavirus hat längst unser aller Leben kräftig durcheinander gebracht. Auch die Arbeit im Rettungsdienst hat sich gehörig verändert.

Was macht das Coronavirus so besonders, welche Übertragungswege gibt es? Wie können wir uns schützen? Auf diese und weitere Fragen gehen wir in dieser Folge ein.

Hämorrhagischer Schock Teil 3

Das Epos geht weiter.

Im vorläufig letzten Teil unserer Serie erfahren wir einiges über das Superkolloid ‚Blut‘.

Welche der sogenannten Blutprodukte lassen sich präklinisch einsetzen? Was wäre sinnvoll und was ist praktikabel?

Es kommt sogar zu einem kurzen Wiedersehen mit dem Heidelberger Medical Intervention Car.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Blutprodukt

Medienempfehlung

Medical Stuff – ein amerikanischer Podcast, der von zwei Paramedics gehostet wird

https://medicalstuff.simplecast.com/episodes/corona-virus-MB6O36Nb

Therapeutic Communication – Patientenkommunikation Teil 2

In Teil 2 geht es von der Theorie in die Praxis:

Welche Techniken kann man anwenden, um ein gutes Verhältnis zum Patienten herzustellen und gleichzeitig die für die weitere Therapie notwendigen Informationen aus dem Patienten heraus zu kitzeln?

Wie geht man mit Menschen um, die einem Nichts erzählen wollen? Was sind die Fallstricke in der Patientenkommunikation? All das erfahrt ihr in dieser Folge.

Quellen und Interessantes zum Thema

https://www.registerednursing.org/nclex/therapeutic-communication/

Ein sehr unterhaltsames Beispiel zu schlechter und guter Patientenkommunikation.

Medienempfehlung des Monats

‚The Resus Room‘ ein englisch sprachiger Podcast zu Notfallmedizin und Rettungsdienst.

Therapeutic Communication – Patientenkommunikation

Jeder kennt das: es gibt Menschen, die können es und andere, die können es nicht – kommunizieren.

Das Hauptgeschäft im Rettungsdienst ist Kommunikation.

Sei es mit dem Kollegen, mit dem Sani, mit dem Arzt, mit dem Klinikpersonal, mit der Leitstelle, mit Angehörigen oder gar mit Patienten. An allen Seiten prägt die Qualität der Kommunikation den weiteren Verlauf.

Und dann heißt es noch, man könne nicht nicht kommunizieren (an dieser Stelle liebe Grüße an Paul W.).

Dass man Kommunikation lernen kann, das weiß man im angelsächsischen Sprachraum schon länger.

Im medizinischen Sektor wird dort „Therapeutic Communications“ gelehrt. Dies lässt sich nicht exakt mit „Therapeutischer Kommunikation“ übersetzen, da der Begriff im Deutschen bereits in der Psychologie im Kontext der Psychotherapie verwendet wird.

Gemeint ist vielmehr, das planvolle Patientengespräch auf einer professionellen Basis, mit der Zielsetzung:

  • eine positive Beziehung zum Patienten herzustellen um
  • ein konsensuales Verständis über vom Patienten bereitgestellte Informationen und Therapieziele zu erhalten

Gute Kommunikation ermöglicht eine gute Interaktion mit dem Patienten, kann die Versorgung verbessern und kann die Eskalation potenziell gefährlicher Situationen verhindern.

Ein super Tipp, den jeder sofort umsetzen kann: die Patienten einfach mal ausreden lassen – nach 60 bis 90 Sekunden hört der Patient auf zu reden – versprochen, da selbst getestet.